In der Woche der Demenz, die zwischen dem 20. und 26. September weltweit auf das Thema Demenz aufmerksam macht, startet die neue Förderaktion der Dietmar Hopp Stiftung: Unter dem Titel „Greifbares Glück – Menschen mit Demenz spielerisch aktivieren“ spendet sie 100 gemeinnützigen Einrichtungen in der Metropolregion Rhein-Neckar, in denen Menschen mit Demenz begleitet und betreut werden, so genannte Tovertafel-Pakete.
„In Deutschland findet ein demographischer Wandel statt, es gibt immer mehr ältere Menschen und leider leiden immer mehr von ihnen unter einer Form von Demenz“, erklärt Stifter Dietmar Hopp: „Ziel unserer Förderaktion ist es, diesen Menschen Glücksmomente zu schenken und ihre Lebensqualität zu verbessern.“ Die Dietmar Hopp Stiftung stellt rund 1,3 Millionen Euro für die Spende von 100 Tovertafel-Paketen zur Verfügung.
Der Begriff Tovertafel kommt aus dem Niederländischen und bedeutet Zaubertisch. Und manchmal wirkt es tatsächlich wie Zauberei, wenn Menschen mit Demenz durch die Beschäftigung mit der Tovertafel plötzlich für einige Momente wieder aktiv am Leben teilhaben. Dahinter verbirgt sich eine innovative Pflegetechnologie, die einfach einzusetzen ist: Eine Art Beamer wird mit einem Click-System an der Decke befestigt und projiziert Animationen auf einen Tisch oder den Fußboden. Die in verschiedenen Spielen übertragenen Bilder reagieren auf kleinste Bewegungen, so dass zum Beispiel Bälle hin und her gespielt werden, Laub zusammengeschoben oder ein Puzzle gelegt wird. Einige der Spiele beinhalten auch akustische Elemente, etwa kann durch die Berührung von Noten eine eigene Melodie entstehen. Das Miteinander der dementen Menschen mit Pflegepersonen, Familienangehörigen und anderen Seniorinnen und Senioren sorgt für Spaß, Freude und Kommunikation. Die Spiele rufen spontane Bewegungen und Gesten hervor und aktivieren kognitive Fähigkeiten.
Die Aktion richtet sich an gemeinnützige Einrichtungen in der Metropolregion Rhein-Neckar, in denen Menschen mit Demenz begleitet und betreut werden wie zum Beispiel Senioreneinrichtungen oder Kliniken mit entsprechenden Schwerpunkten. Sie können sich zwischen dem 22. September und dem 22. Oktober 2021 für ein Tovertafel-Paket bewerben, das das Gerät selbst, seine Installation und die dauerhafte Nutzung einer bestimmten Anzahl an Spielen ohne Folgekosten beinhaltet.
Die Förderaktion Greifbares Glück – Menschen mit Demenz spielerisch aktivieren endet am Weltalzheimertag im September 2022. Bis dahin werden monatlich je zehn Einrichtungen bekanntgegeben, die ein Tovertafel-Paket erhalten.
Alle Informationen über die Aktion und die Bewerbung stehen unter www.greifbares-glueck.de
Details zum Tovertafel-Paket
Ziel der Dietmar Hopp Stiftung ist, für die ausgewählten Einrichtungen mit der Förderaktion Greifbares Glück eine dauerhafte Nutzung der Tovertafel mit einer Mindestanzahl an Spielen ohne Folgekosten sicherzustellen.
Die Spende beinhaltet das Gerät und seine Inbetriebnahme sowie die Nutzung der so genannten Open Play & Learn Plattform. In den ersten drei Jahren ist die Nutzung der Open Play & Learn Plattform, die eine unbegrenzte Auswahl an Spielen und eine Schulungsplattform beinhaltet, gewährleistet.
Danach können die Einrichtungen zwischen zwei Nutzungsvarianten wählen: Entweder verzichten sie auf die weitere Nutzung der Plattform und können dauerhaft 30 Spiele nutzen. Oder sie nutzen die Plattform für weitere zwei Jahre und erhalten im Anschluss 10 Spiele ohne die Open Play & Learn Plattform.
Die Tovertafel selbst verbleibt dauerhaft in den Einrichtungen.
Über die Tovertafel
Die Idee zur Tovertafel entstand im Rahmen einer Doktorarbeit an der TU Delft und der Universität Amsterdam. Seitdem wird die Technologie stetig weiterentwickelt. Die Vorteile der Tovertafel sind therapeutisch und wissenschaftlich bewiesen: Sie soll die Mitarbeitenden in der Pflege unterstützen und den Bedürfnissen der Menschen mit Demenz entsprechen. Deshalb werden regelmäßig Studien zu Menschen mit Demenz, zu ihrer Pflegeumgebung und zur Wirkung der Tovertafel durchgeführt. Dadurch kann eine neue Art der Betreuung mit Unterstützung digitaler Technik angeboten werden, die zur Zielgruppe passt. Studien zeigen u.a., dass die Tovertafel die Apathie durchdringt, Unruhe verringert, trübsinnige Stimmungen von Bewohnern durchbricht, die soziale Interaktion verstärkt und körperliche Aktivität stimuliert.
